Die Boykott-Dämmerung

An einem Freitagnachmittag für ein Abendspiel in die Messestadt zu fahren, klingt weniger anstrengend als es letztlich dann ist. Sofern man noch in der vollbezahlten Lohnarbeit steckt und nicht für Union in die zu Unrecht geschmähte Lifestyle-Teilzeit gewechselt hat, ist einiges an Planung, Absprache und Vorbereitung nötig.

Ein makelloses Debakel

Warum fährt man nach München? Wäre man nur ein Städtereisender, dann böte die Stadt einiges für einen Wochenendtrip. Weißwurst, Bier und nahe Alpen zum Reispiel. Als Fußballfan wird es schon irrationaler. Da die 60’ger nicht aus den Puschen kommen und sich im Gestrüpp der Fußballniederung auf alle Zeiten verheddert zu haben scheinen, ist da nur der großkotzige Onkel aus Fröttmaning.

Von der Dreißigjährigen, die auf den Tresen stieg

Ein Ausflug von der Schönen Stadt zum vermeintlichen Tor zur Welt könnte eine angenehme Tagesreise sein. Mit einem schnellen Blick auf eine Karte scheint eine zügige Ankunft kein Problem zu sein. Man könnte ein bisschen Stadt mit Hafen-Atmosphäre aufsaugen und das Stadion liegt zweimal im Jahr in der Nähe eines Rummels, den sie Dom nennen. Also, für allerlei Kurzweil, neben dem Fußball, ist gesorgt.

Joshua fit the battle of Weserstadion

Der Herbst zieht ein welkes Band über das Land und mittendrin fliegen strahlendweiß die ICEs, also die Züge, hindurch wie sonst nur die vermeintlichen Chemtrails am Sommerhimmel. Doch Joshua rüttelt kräftig am Geäst der Bäume und so manches Mastes der Stromleitungen, deren Kraft uns in den Norden treibt. Zu unterschiedlichen Zeiten begeben wir uns auf die Reise, so dass der Zeilenknecht als erster der kleinen Schar an die Wesermündung reist.