Oder: „Dort, wo die Fifa wohnt…“
Als eine Art puristisches Gegenangebot (Fußball! Fußball!) zur überbordenden WM hinterm großen Teich bot unser Herzensvereins uns ein breitgefächertes Spektrum an Test-, Vorbereitungs- oder gar Freundschaftsspielen an.
Als Appetizer ging es an einem Wochenende ins Brandenburger Umland. Es ist die berühmte Tour über die Dörfer, wo aufgrund des Klassenunterschiedes der Freundschaftsspielcharakter den sportlichen Test weit in den Hintergrund drängt. Für den höherklassigen Gast ist es in aller Regel nicht mehr als ein Anschwitzen für die Vorbereitung auf die Saison und ein gerüttelt Maß an Promotion. Was angesichts des abgedeckten Brandenburger Bereiches von Linsen zu Gürkchen eine schwierigere Aufgabe ist, als es den oberflächlichen Anschein hat. Denn mit Optik Rathenow und SV Grün-Weiß Lübben waren es zwei Spielorte, die jeweils am westlichen und östlichen Ende Brandenburgs liegen.
Aber für Jubiläen und den guten Zweck lädt man sich natürlich gern mal einen “Großen” ein. Die Fünft- und Achtligisten waren für unsere Unioner wie Curaçao für die National-elf, ein zu leichtgewichtiger Sparringspartner. Schönste Szene in Lübben war, als zum Halbzeitpfiff der Lübbener Torwart sich zu uns umdrehte und fragte: “Wieviel?” Auch wir waren einer boykottierten Anzeigetafel wegen etwas ratlos und mussten uns etwas digital besinnen und kamen auf elf Tore. Er war nicht zufrieden. Es ist anzunehmen, dass er einstellig bleiben wollte. Um in einem Brandenburger Bild zu bleiben, es war ein wenig wie der Kampf von Axel Schulz gegen Brian Minto.
Unter der Woche umwehte ein Hauch von DDR-Oberliga die mitreisenden Fans. Davon anstecken ließen sich auch die beiden Regionalligisten und verspürten wenig Ehrfurcht vor dem Bundesligisten. Entsprechend herausfordernd waren die Spiele. Gegen Korl-Mor…äh Chemnitz und die anderen Optiker aus Jena sah es schon mehr wie die Ivorer und Ecuador gegen die National-elf aus. Aber die Stimmung ist noch gut, auch wenn mittlerweile die Frage nach Transfers an Gewicht zunimmt.
Zum Abschluss der ersten Testspielserie ging es in die Heimat unseres Lieblingstrainers und seines aktuellsten Nachfolgers. Wohl kaum ein TrainerInnenwechsel hat größere Erwartungen geweckt als die Installierung von Mauro Lustrinelli. Vielleicht auch nur, weil es dann entgegen allen Horst Heldt unterstellten präferierten Trainertypen, diese dann doch ein wenig überraschende Wahl des Schweizer Meistertrainers war. Dabei wird uns alles in dieser Saison mehr Geduld und Langmut abverlangen, als es sich unsere euphorisierten Herzen wünschen.
An einem sommerlichen Freitagmorgen mit den Singvögeln aufgestanden, um mit einem ebenso frühen Flug in die Schweiz zu gelangen.
An dieser Stelle müssen wir dem an den Iden des März’s so schändlich gemeuchelten Julius ein ehrendes Gedenken entbieten. Denn hätte der den auswanderungswilligen Helvetiern nicht den Zugang bzw. den Durchzug von römischen Gebiet, dem heutigen Südfrankreich, verweigert, dann wäre die Schweiz heute ein menschenleerer Ort, wüster, dunkler Ödnis. Vermutlich wären wir 2019 auch nicht aufgestiegen, weil wir ja Urs nicht hätten verpflichten können, denn die Helvetier hätten sämtlichst in Südfrankreich an den Stränden rumgelungert anstatt zwischen den Bergen, das von vielen so geschätzte, aufgeräumte Land zu gestalten.
Gut, dass sich daraus der Gallische Krieg entspann, ist ein kleiner Malus an dieser Sache, besonders wenn man Gallier war und nicht aus einem kleinen Dorf mit rauflustigen Bewohnern kam. Ja und, ein, zwei Millionen Lateinschülern blieb Cäsars Rechenschaftsbericht an den Senat auf dem steinigen Weg zum großen Latinum nicht erspart. Dafür mussten wir uns aber auch fast 2080 Jahre bis zum Aufstieg in die Bundesliga gedulden.
Nachdem alle aeronautische Unbill umflogen war, landeten wir kaum verspätet in Zürich-Kloten. Man könnte annehmen, dass Flug- und Zugverkehr in der Schweiz extrem aufeinander abgestimmt sind, was aber lediglich ein Verwechseln von Korrelation und Kausalität ist, denn die Zugdichte ist schlicht so dicht, dass es einem nur so vorkommt, man stiege aus dem Flugzeug…äh Flughafen in den Bahnhof…quasi. Die von Herrn Kachelmann prophezeite Bewölkung hatte wohl Verspätung, so dass wir nach dem frühen Check-In im Hotel die Zürcher Bahnhofstraße, mit dem Bild eines üppigen Frühstücks in unserem hungrigen Sinn, bei bestem Sonnenschein entlang flanierten. Nebenbei konnten wir uns die feil gebotenen Produkte anschauen, für die die Schweiz wie kaum ein anderes Land steht – Schoki und Uhren.
Kein noch so kurzer Aufenthalt in Zürich kann als perfekt gelten, wenn er nicht eine kleine Seerunde auf dem Zürich-See beinhaltet. Wo wir schon zuvor als Unioner erkannt, freundlich begrüßt und in Sekundenschnelle auf Urs Fischer angesprochen wurden, wurden wir bei Betreten des Bootes mit einem leise gesungenen “Dem Morgengrauen entgegen…” an Bord begrüßt. Da wir als Berliner im Allgemeinen und als Unioner im Speziellen, besonders wenn man der “Sch*-andere-Vereine”-Fraktion sehr zugetan ist, mit soviel Zuneigung gar nicht umgehen können, musste es in einer Art kathartischen Übersprungshandlung zu einer Eskalation durch uns kommen, in dem wir versuchten, einen GE-Sticker neben einen schon vorhandenen Unionsticker zu kleben. Das mögen sie dort am Anleger aber mal so gar nicht. Wir waren nur eine Taubreite davon entfernt, Kiel geholt zu werden.
Wo meine Rentenversicherung so lebt…
Um dem Verfolgungsdruck der Nachfahren Zwinglis zu entgehen, beschließen wir, uns jetzt schon nach Winterthur abzusetzen. Die einstige Industriestadt, das Tor zur Ostschweiz, hat mit der ewigen Stadt die sieben Hügel gemeinsam, die pragmatisch veranlagten Helvetier haben aber das Stadtgebiet hauptsächlich zwischen diese gelegt. Das gibt uns Gelegenheit mit dem Bus an die zweitlängste Treppe Winterthurs heranzufahren, die an einem ganz wunderbaren Aussichtspunkt endet. Behände wie die in den Alpen beheimateten Steinböcke sind wir diese achtundfünfzig Höhenmeter elfengleich anmutig hochgeschwebt. Jede anderslautende Erzählungen… isfeeknjusjuno… Umgeben von Weinstöcken geniessen wir den wohlverdienten Ausblick und entdecken zwischen Kirchen und Funktionsgebäuden einen Flutlichtmast, der uns das eigentliche Ziel unseres Hierseins markiert – das Stadion Schützenwiese, Heimstatt des FC Winterthur.
So beschwingt, wie wir hinaufstiegen, nahmen wir ebenso leichten Schrittes die längste Treppe der Stadt für den Abstieg. Mit dem erschreckend pünktlichen Bus zurück zum Bahnhof, wo unser Quartett zu einem Quintett anwuchs. Auf dem Weg zum Stadion nahmen die spirituell Empfänglicheren unserer Gruppe die anrainende Gelegenheit wahr, in dem katholischen Bollwerk dieser reformatorischen Gegend ein Licht für die Unsrigen anzuzünden. Inwieweit dieser eingeforderte Beistand geholfen hat, wird man wahrscheinlich nur aus dem Kerzenwachs herauslesen können, wenn man ihn bei Vollmond gegen einen Maulbeerbaum wirft. Nun ja, geschadet hat es auch nicht.
Gut genug (na, schon nen Ohrwurm… ) vor Stadionöffnung, um in der milden Abendsonne stehend zu regenerieren, sind wir am Gästeeingang. Die Einlasskontrolle ist dem Testspiel angemessen freundlich. Aber derlei Annehmlichkeiten die angemessene Würdigung zuteil werden zu lassen, ist unseren ausgehungerten Körpern nicht mehr abzuverlangen. Die einzige schon geöffnete Bude bietet typisch Schweizerische Speisen an – Fisch und Chips und Tintenfischringe mit selbstgemachter Remoulade. Die Torhüter machen sich schon warm, da öffnet auch die B&B-Bude (Bier und Bratwurst). Die eingehenden Meldungen vermitteln den vertrauensbildenden Eindruck, dass jedes alkoholische Getränk mit stichprobenartigen Selbstversuchen getestet wurde.
Derweil wird unser Block von der Sektion Stadionverbot ausgestaltet, deren Stadionverbot hier nicht wirksam ist und Wohlverhalten hier wohl zur Bewährung daheim beitragen kann. Um das Thema abzuschließen, für ein Testspiel war ordentlich Rabatz im Block. Während der ersten Spielhälfte (wir ignorieren die Hydration Break!) liefen in Winterthur wohl die sprichwörtlichen Drähte heiß, denn plötzlich war auf der Heimseite der Support organisierter und hörbarer.
Unser Liedgut schien mal wieder ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein. Angesichts dessen, dass Winterthur ein Absteiger und in der Saisonvorbereitung deutlich weiter ist als wir mit unserem WM-Ablenkungsprogramm vor dem Trainingslager, kann man sicher nur wenige Rückschlüsse ziehen. Es wird wohl bei der von Loui etablierten Viererkette bleiben, die Jungs spielen sich eigentlich ganz gut nach vorn, nur erfolgreiche Abschlüsse sind dann wieder das Problem und das zukünftig auf die Jugend gesetzt wird.
Die eingesetzten Kinder-Riegel machten den Winterthurern in der zweiten Hälfte das Leben nicht leichter. Ein Unentschieden, dass die vielerorts gestellten Fragen nach Transfers nicht verklingen lassen wird. Zumal sich mit Burke ein Spieler verletzte, dem man ein erfolgreicheres zweites Jahr wünschen würde. Meine unmassgebliche Meinung zu Transfers – een Knipser wäre jut. Auch wenn ich mir wünschen würde, bei Ilic, Ansah, Burke, Skarke platzte der Knoten in dieser Saison und sie spielen eine Bobby-Wood-artige Saison.
Ach, Träume der Pre-Saeson…Nach der Rückkehr in die Stadt Zwinglis kehren wir in eine hotelnahe Restauration ein, die für uns Zürcher Quartett ausreichend Platz bietet. Denn auch in der Schweiz läutet man das nahe Wochenende mit Essengehen ein. Wer nun erwartet, das weltweit bekannte Zürcher Geschnetzeltes mit Rösties vorgesetzt zu bekommen, dessen Erwartungen werden enttäuscht wie unsere an eine Meisterschaft im Männerfußball. Es ist eher ein amerikanisiertes Crossover, das uns angeboten wird.
Wir geben uns ortskundig und bestellen neben ungepanschten Bier Panaché/Panasch. In unseren Breiten schlicht Radler genannt. Das Essen ist lecker, auch der vom Zeilenknecht bestellte Burger. Und ja Burgermachen ist noch immer nicht wirklich kochen.
Satt und zufrieden über einen recht langen wie ereignisreichen Tag ziehen wir uns vergleichsweise früh in unsere Hotels zurück. Denn wir sind ja nicht nur des reinen Vergnügen wegen hier und morgen steht schon das nächste Spiel und die Rückreise an.
Von Vögeln und Menschen
Von Aarau aus ist fast alles rund vierzig Kilometer entfernt, Basel, Zürich, Luzern und bis Bern ist’s auch nicht weit. Jede Auswärtsfahrt wäre hier ein gemütlicher Nachmittagsausflug. Was auf eine verkehrsgünstige Lage hindeutet, erkannten auch die ollen Römer, weswegen sie hier auch eine ihrer Straßen bauten. Kaum einen erdgeschichtlichen Wimpernschlag später fahren wir auf gut ausgebauten Eisenbahnstrecken in komfortablen Zügen von Zürich nach Aarau.
Zeitig verließen wir Zürich. Man könnte meinen, dass uns unser schlechtes Gewissen wegen des gestrigen Sticker-Eklats davon getrieben hätte, aber weit gefehlt. Es waren durchaus pragmatische Erwägungen für unseren, dem nur oberflächlich draufblickenden Beobachter überstürzt erscheinenden Aufbruch. Das heutige Spiel beginnt deutlich früher als das Gestrige in Winterthur. Und Aarau lockte mit einer pittoresken Altstadt, die auch betrachtet werden wollte.
Eine weitere angenehme Zugfahrt kommen wir im sonnigen Aarau an. Hingegen ist die angekündigte regnerische Bewölkung immer noch verspätet. Das veranlasst uns nicht nur unser Gepäck einzuschließen, sondern auch all unsere regenschützenden Utensilien dazu zulegen. Selbst der gestern noch mit Sonnenschutz malträtierte Regenschirm muss in das gepäckschützende Verließ. Nach einer ersten kurzen Flanierrunde nutzen wir den Schatten eines baumspalierten Marktplatzes, um uns einen Eiskaffee zu gönnen. Also jeder seinen eigenen. Die Schweiz mag hochpreisig sein, aber so ein Gemeinschaftseiskaffee wäre uns dann doch zu wenig hedonistisch gewesen.
Wie es sich gehört, schreiten wir durch einen gotischen Torbogen in die Altstadt, die wie so viele touristische Hotspots etwas übergastronomiert ist. Man läuft dichter an der Vorspeise der Gäste vorbei als an der historischen Hausfronten. Was aber dem aufmerksamen Reisenden sofort auffällt, dass sich Aarau mit Freiburg im Breisgau eine bauliche Errungenschaft teilt – das durch die Stadt fließende Bächle. Aber anders als im Badischen, wo man im Zweifelsfall, nachdem man ins Bächle gestürzt ist, noch mit gebrochenem Knöchel die versprochene Freiburgerin ehelichen könnte, ist in Aarau das eingefasste Rinnsal so tief, dass man schwuppdiwupp verschwunden ist und hinunter in Richtung Aar gespült wird. Dorthin zieht es auch unser stadtwanderndes Interesse.
Zum Einen verspricht die Flußnähe erfrischende Kühle, zum Anderen wurde uns durch gegoogeltes Insiderwissen die in der Aar liegende Insel und die darauf befindliche Vogelvoliere empfohlen. So schlenderten wir hinunter zur Aar, vorbei an Häusern mit sehr weit hervorstehenden Giebeln, die einerseits Regenschutz und andererseits Fläche zur bildnerischen Gestaltung boten. Das trug Aarau auch den Beinamen “Stadt der schönen Giebel” ein.
Je weiter wir hinunter zum Fluß liefen, desto mehr bedauerten wir schon jetzt unsere späteren Ichs, die da wieder hinauf müssen. Die Aar führt reichlich Wasser, wird allem gerecht, was man vom zweitwasserreichsten Fluss erwarten kann. Die google-beworbene Voliere erwies sich als weniger imposant als es uns Tierpark-geprägten Ostberliner im Sinn stand. Eigentlich sind es lediglich größere Reihenhauskäfige, die mit dem laienhaften Blick Zweifel aufkommen lassen, ob das so artgerecht ist.
Unsere unschuldigen, empfindsamen Seelen werden dann arg auf die Resilienzprobe gestellt. Denn im Käfig, in dem mehrere Paare der “Unzertrennlichen” leben, bewies ein Pärchen, dass sie ihren deutschen, Unzertrennliche, sowie den lateinischen Namen, Agapornis, zurecht tragen. Wie ziehen uns vornehm laut lachend zurück. Unsere jetzigen Ichs bedanken sich mit einer gewissen Schnippigkeit bei den früheren Ichs für den anstehenden Aufstieg zurück in die Altstadt.
Ein gutes Restaurant mit dem vorab gewünschten Tartar im Angebot ist schnell gefunden. Leider sind wir für eine ausgiebige Tartar-Runde anderthalb Menschen zuviel, so dass es am Ende drei kleine Tartar und ein Saltimbocca wurde.
Hier in Aarau wurden wir auch reichlich auf unsere Schweizer Trainer angesprochen. Auch über Mauro ist man des Lobes voll. Obwohl von einem sich im Fußball auskennenden Kellner wurde ein kleiner Wermutstropfen in unseren Euphorie-Spritz mit dem beiläufig geäußerten Satz, “Ich hoffe, der Schritt in die Bundesliga ist nicht zu groß für ihn.” geträufelt. Aber all diese Gedanken wischen wir auf dem Weg zum Brügglifeld beiseite.
Der allwissende Matze Koch versorgte uns noch mit einer Information, auf die nur er kommen konnte. Im September 1988 spielte Lok Leipzig im Europa-Pokal gegen den FC Aarau und gewann mit 0:3. Obwohl unser Spiel nur eines zu Testzwecken ist, kann mit einer an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass wir Unioner mit mehr AnhängerInnen vor Ort waren als Lok damals. Ja, ja, die Umstände sind heute ganz andere als damals. Aber vielleicht sollte man genau das sich immer wieder vor Augen führen.
Zum Spiel selbst sei nur angemerkt, es wirkte wie eine Replik des Spiels in Winterthur. Nur, dass hier dreiunddreißig Meter ausgereicht haben, um die Entscheidung zu fällen, unsere U19-Spieler sich wieder tapfer geschlagen haben und mit Linus ein Spieler das Union-Trikot trägt, dessen fußballerischen Qualitäten Union-Spieler bislang nur beim Gegner gesehen haben.
Während tags zuvor die durchgeführte Hydration-Break noch irgendwie mit Sonnenschein und wärmeren Temperaturen zu erklären war, war es in Aarau eher abwegig, klimatische Bedingungen heranzuführen. Denn während wir auf dem unbedachten Hügel, der hier Gästeblock hieß, standen und den Mannschaften beim Trinken zuschauten, wurden wir von kirschgroßen Regentropfen vom Staub des Tages befreit. Meine Prophezeiung – entgegen aller Beteuerungen diese Hydration-Breaks werden sich in das Spiel einschleichen. Und das Einzige, was wir tun können, ist unsere wirkungslose Unbill äußern. Die Spiele an einem regnerischen Freitag werden es zeigen.
Zwischen zwei Regenwolken eilten wir zum Bahnhof. Unterwegs lernten wir einen Schweizer Hardcore-Albafan kennen. Dessen Geschichte, wie er das wurde schon interessant ist, aber bemerkenswerter ist die Anzahl der Spiele, die er sah. Um die Achtzig Spiele wegen der Playoffs (!), da ja auch im Fußball darüber diskutiert wird, um den sportlichen Wettstreit wiederzubeleben,ein Gedanke dazu. Persönlich fühlte ich, bei mir wäre der Spannungsbogen flach wie ein Basketballfeld, wenn ich mindestens fünf Spiele warten müsste bis ein Ergebnis feststeht.
Angekommen am Bahnhof fand ein großer Austausch statt, die feuchtnasse wurde gegen trockene Kleidung getauscht. Dermaßen für den Heimflug vorbereitet, genossen wir die letzte Fahrt mit der SBB. Am Flughafen nutzten wir das frühe Dasein für ein wenig ausschweifenden Hedonismus, kauften etwas Schoki für die Daheimgebliebenen und nahmen einen letzten, nicht ganz so guten Aperol…Uf Wiederluege Schwyz.
Dank des vorverlegten Abfluges kamen wir so rechtzeitig in der Schönen Stadt an, dass für uns genug Zeit gewesen wäre, sich das Spiel um Platz drei hinterm Teich anzuschau’n. Aber wer will sich denn die Vorfreude auf die Saison verderben?





























