Drachenboote, Drachenherzen und Dauerpower: Der V.I.R.U.S. wurde 24!

Einmal im Jahr feiert der Eiserne V.I.R.U.S. nicht einfach nur seinen Geburtstag mit seinen Mitgliedern – er lädt dazu jedes Jahr zusätzlich am letzten Augustwochenende tausende Unioner an die Olympia-Regattastrecke nach Grünau ein. Allerdings ist an diese Einladung eine ganz bestimmte Voraussetzung geknüpft: Man muss sich vorher mit 18 anderen Wagenmutigen in ein 12,5 Meter langes und 1,16 Meter breites Boot setzen, an dessen Bug ein zähnefletschender Drachenkopf montiert ist, ein Paddel greifen und dann nach dem Startsignal „Are you ready? – Attention – Go!“ versuchen, nicht die Vorderfrau oder den Vordermann mit dem Paddel zu erlegen, sondern das Gefährt namens Drachenboot so schnell und kraftvoll wie möglich in Fahrt zu bringen – mit dem Ziel, nach 200 Metern als Erstes durchs Ziel zu düsen.

So sollte es auch wieder in diesem Jahr zum 24. Geburtstag des Vereins Infizierter Rotweißer Union-Supporter sein. Am 30. August rollten ab 7 Uhr morgens diverse PKWs, Kleintransporter, Sackkarren und Bollerwagen über die Wiese an der Regattastrecke, um umfangreiches, wichtiges Equipment (Zelte, Bierkästen, Sitzgelegenheiten) ans Ufer der Dahme zu bringen. Ab 9 Uhr war alles aufgebaut, und die Geburtstagsparty konnte mit dem 22. Union-Drachenboot-Fun-Cup beginnen.

Die Reihe der Gratulanten wollte an diesem Tag kein Ende nehmen. Angetreten zur Gratulationsrunde waren 71 Fanclubs des 1. FC Union Berlin mit solch wohlklingenden Namen wie UNIONLÄUSE, EISERNE DRACHEN KÖPENICK, BÜRGERÄU HAIE, FLOTTER DREIER, 2 BIER FRAKTION, 15 FLITZPIEPEN, DAS BOOOOT, BIERZIEGEN, DIE ULTRASÜSSEN, EISERNE KUBIK-ELFEN oder die BIERBRÜDER KÖPENICK. Selbstverständlich ließen es sich auch die Ultras unseres Herzensvereins nicht nehmen, mit eigenen Teams (WS, TSK, SZENE KÖPENICK, UBDK) in die Reihe der Gratulanten einzusteigen.

Auch wir von Grenzenlos Eisern wollten es uns nicht nehmen lassen, dem V.I.R.U.S. unsere Aufwartung zu machen. Unser Verein, der 1. FC Union Berlin, war mit einem eigenen Boot vertreten – ebenso der Wirtschaftsrat sowie ein Inklusionsboot, unter anderem mit Rollifahrern.

Auch auf dem Gelände selbst wurde einiges geboten, was das Unioner-Herz begehrt. Und was war sonst noch los? Ach ja … es gab natürlich auch wieder die berühmt-berüchtigten Wettfahrten um die beste Zeit, die zum Aufstieg in die Profiliga berechtigen – oder im Umkehrschluss auch zum Abstieg in die Amateurklasse führen können.

Von den 71 teilnehmenden Teams starteten die 15 Zeitschnellsten des Vorjahres in der Profiliga gegeneinander, der Rest des Starterfeldes in der Amateurliga. Am Ende der Geburtstagsfeier stiegen die Plätze 11–15 aus der Profiliga in die Amateurklasse ab, während im Gegenzug die Plätze 1–5 der Amateure zu den Profis aufstiegen. Die Platzierungsrennen fürs Treppchen mit Pokal wurden jeweils unter den ersten vier Plätzen beider Ligen ausgepaddelt.

Als Grenzenlos Eisern sind wir seit einigen Jahren fester Bestandteil des eisernen Starterfeldes. Im ersten Jahr unserer Teilnahme landeten wir auf Anhieb auf Platz 11, stiegen in die Profiliga auf und hielten die Klasse in den Folgejahren jeweils mit Platz 8. Als Freizeitteam stand für uns jedes Jahr das oberste Ziel fest: MIT ALLER GEWALT KLASSENERHALT!

Wie auch in den letzten Jahren fragten wir bei unseren Poeler Paddelfreunden vom INSELSTURM nach, ob sie uns wieder unterstützen und damit unsere fünf noch freien Plätze im Boot besetzen würden. Gesagt, getan … und schwupps waren sie wieder mit dabei – und brachten nicht nur Ostseefeeling mit, sondern auch jede Menge Küstenleckereien von fest bis flüssig.

Wer die Strecke in Grünau kennt, weiß: Bei perfekten Bedingungen ohne Wind und Regen sind tolle Zeiten unter einer Minute möglich. Unser Ziel: mindestens zwei unserer drei Vorlaufrennen unter einer Minute zu bestreiten, um gute Voraussetzungen für den Klassenerhalt zu schaffen – denn der dritte Lauf, meist der langsamste, wird gestrichen.

Mit 00:58,52 und 00:58,10 hatten wir nicht nur unser Ziel erreicht, sondern lagen plötzlich sogar auf Gesamtplatz 2. Völlig geflasht von diesem Ergebnis sahen wir die einmalige Gelegenheit, unseren Dauerplatz 8 deutlich zu verbessern. Der letzte Lauf sollte unsere Triumphfahrt aufs Treppchen werden. Doch wie so oft in solchen Momenten machte uns die Nervosität einen Strich durch die Rechnung: Mit 00:59,76 blieben wir zwar unter einer Minute, konnten uns aber nicht weiter verbessern.

Da im dritten Lauf einige Teams Mega-Zeiten auf die Dahme brachten, sahen wir uns schon wieder auf Platz 7 oder 8. Doch dann wurden wir zum Finale der vier besten Profi-Teams aufgerufen – die Freude war riesig:
FINALE OHO, FINALE OHOHOHO schallte es durch unser Zelt.

Platz 4 war also sicher – jetzt wollten wir ein ernstes Wort bei der Vergabe der Podiumsplätze mitreden. Mit uns im Finale: UBDKSPREERAKETEN und OhNASSIS. Mit unserer absoluten Bestzeit von 00:57,44 konnten wir das Team OhNASSIS hinter uns lassen und kamen ganz knapp hinter UBDK (00:57,00) ins Ziel. Den ersten Platz bei den Profis sicherten sich die SPREERAKETEN mit 00:54,72. Auf diesem Wege möchten wir uns auch noch einmal bei unseren beiden Trommlerinnen Beata vom Team OhNASSIS sowie Julie vom Drachenbootteam des 1. FC Union Berlin bedanken, die uns aufgrund des Ausfalls unserer Trommlerin und Trainerin Bea, erfolgreich durch die Vorläufe sowie durch das Finale getrommelt haben. Ohne euch hätten wir diese Zeiten nie erreicht!! DANKE!!

Aus der Amateurliga schafften den Aufstieg zu den Profis:
Kampfschweine KöpenickFCU Freunde FürstenwaldeTeenspirit KöpenickEiserne Müggelheimer sowie die Sportfreunde Sadowa.

Gratulation an alle Teams!

hrend des Schreibens dieser Zeilen, erreichte mich die Nachricht, dass unser Fanclubmitglied der ersten Stunde Silvio Titzmann unerwartet und überraschend im Urlaub mit gerade einmal 50 Jahren verstorben ist. In Gedanken sind wir bei seiner Frau sowie seinen 5 und 8 Jahre alten Kindern. R.I.P. Silvio – Du wirst immer in unseren Herzen sein. Der Pokal ist für Dich! 😢

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