Der Frauenfußball weltweit, ebenso in Deutschland, zieht immer mehr Menschen in seinen Bann, und das zu Recht. Viele Funktionär:innen, ganz gleich ob aus Verbänden oder Vereinen, betonen stets, welches enorme Potenzial und welcher Wachstumsmarkt hier entstanden ist.
Was ebenfalls immer wieder hervorgehoben wird und womit auf unterschiedlichsten Plattformen geworben wird, ist die Wichtigkeit der Fans. Dabei sind Fans vor dem TV genauso wichtig wie jene, die Wochenende für Wochenende ins Stadion strömen und dort zunehmend zu einer bunten, offenen und vielfältigen Fankultur beitragen. Das Stadionerlebnis in Deutschland ist inzwischen auch im Frauenfußball zu einem echten Markenzeichen geworden.
Auf der Akkreditierung des 2. Fankongresses im Frauenfußball in Deutschland im vergangenen Jahr war auf der Rückseite zu lesen:
„Unsere Fans sind das Herz des Frauenfußballs. Sie tragen uns mit ihrer Leidenschaft und ihren Emotionen. Sie geben uns Rückenwind, stehen immer an unserer Seite, wir können uns jederzeit auf sie verlassen. Diese Fankultur ist einzigartig.“
Mit wachsendem Unmut beobachten wir daher, wie mit diesen so wertvollen Fans umgegangen wird. Für uns aktive Fans, die viel Zeit im Stadion, auf dem Weg dorthin oder wieder nach Hause verbringen oder sich unter der Woche intensiv auf einen Spieltag vorbereiten, wird ein aktives Fanleben zunehmend schwieriger. Haben wir uns an einen vollständig zerstückelten Spieltag bereits zähneknirschend gewöhnen müssen, gibt es dennoch ein Thema, das uns so sehr aufbringt wie kein anderes.
Fußball am Montag: Ein Eigentor für die gelebte Fankultur im Stadion
Fußball und die Stimmung in den Stadien leben von regionaler Verankerung, von Auswärtsfahrten, Choreografien und der emotionalen Nähe zwischen Team und Anhänger:innen. Montagsspiele machen all das unmöglich!
Für die meisten Fans bedeutet ein Spiel am Montagabend, Urlaub nehmen zu müssen, lange Nachtfahrten auf sich zu nehmen, teure Übernachtungen zu bezahlen oder dem Spiel fernzubleiben. Selbst für Heimfans ist ein Stadionbesuch an einem gewöhnlichen Montagabend oft nur schwer realisierbar. Für Familien, Kinder und Jugendmannschaften beispielsweise, die einen wesentlichen Teil der Fanbasis im Frauenfußball ausmachen, sind Spielbesuche an einem Montagabend nahezu unmöglich. Ein Stadion ohne Fans verliert seine Atmosphäre und damit einen wesentlichen Teil seiner Identität.
Montagsspiele gehen UNS ALLE etwas an. Auch für die Fans vor dem Fernseher ist es nicht immer einfach, montags um 18 Uhr das Spiel ihres Lieblingsteams verfolgen zu können. Wie „wichtig“ dieser Slot den TV-Anstalten ist, zeigt nicht zuletzt die Verlegung der Anstoßzeit von 19:30 Uhr auf 18:00 Uhr. Allein dieser kleine Schritt verdeutlicht, was Fußball für die Manager:innen der Fernsehsender ist, nämlich ein Spielzeug, das nach Belieben verschoben werden kann.
Nun stehen wir kurz vor der Ausschreibung des neuen TV-Rechte-Pakets, und wir müssen davon ausgehen, dass Montagsspiele weiterhin in Betracht gezogen werden. Wir Fans der Frauen-Bundesligisten richten daher eine klare Forderung an unsere Vereine, an den DFB und an die neu gegründete FBL:
Steht zu euren Fans! Zeigt ein echtes Commitment und sagt NEIN zu Montagsspielen!
Zeigt, dass eure Worte nicht nur leere Phrasen sind, dass volle Stadien, bunte
Kurven und Tribünen mehr wert sind als ein Fernsehdeal auf Kosten der Fans.
Wir sind in den Farben getrennt, aber ALLE VEREINT – GEGEN MONTAGSSPIELE
Frauen Supporters Köln Fanclub – Geißböckinnen Supporters – Clubfrauen Supporters – Grenzenlos EISERN – die CAPRIolen – Sektion Kiosk 5 – Allgäuer FCB Mädels Supporter – Queerpass Bayern – Girls Power Milbertshofen – Frauenpower im Paradies – Jenas Tirith – Supportersclub Jena – Nutria Bande – EFC Main Adlerinnen – HSV Frauen Supporters – Red White Angels Leipzig – RB Girl on Fire e.V – Rote Füchse SC Freiburg Frauen – 1. Fanclub SGS Essen – Werder Frauen Supporter – Blue Angels Hoffenheim – FlyingWolves – 11+ Wolfsburg e.V – Hooliwölfe – Wolfsblut – Brigida Mobil Wolfsburg

